Die Ausstellungsreihe "Kontraste" geht mit spannungs- und stimmungsreichen
Gegenpolen, in denen Licht und Perspektive zentrale Momente
sind, in die zweite Runde: Figurative Gemälde von Ruth Bussmann und
sogenannte Tulpenscannogramme von Luzia Simons treffen vom 12. Oktober
bis zum 23. November 2007 im DSV Kunstkontor des Deutschen
Sparkassenverlags aufeinander. Gezeigt wird die Ausstellung in der Industriestraße
68 in Stuttgart-Vaihingen, wo auch das DSV Kunstkontor
des Deutschen Sparkassenverlags angesiedelt ist, das zu den führenden
Art Consulting-Anbietern in Deutschland zählt.
Kobarg: "Kontraste" fortsetzen
Die Eröffnung der Ausstellung erfolgt bereits am Donnerstag, 11. Oktober,
19 Uhr, mit einer frei zugänglichen Vernissage. Reguläre Öffnungszeiten
sind von Montag bis Freitag - außer an Feiertagen - von 9 bis 13
Uhr und von 14 bis 18 Uhr. "Angesichts der positiven Resonanz im Frühjahr zum Start der Kunstreihe Kontraste mit Patrick Cierpka und Peter
Rösel planen wir auch für die kommenden Jahre weitere Ausstellungen."
erklärt Dr. Bernd Kobarg, Vorsitzender der Geschäftsführung der DSVGruppe
(Deutscher Sparkassenverlag).
Facetten menschlichen Daseins
In den Arbeiten von Ruth Bussmann bewegen sich Menschen in leeren,
schemenhaft erleuchteten Räumen. Schattenwürfe und intensive Farben
verleihen den Arbeiten eine große Klarheit. Doch trotz der malerischen
Prägnanz umgibt die Szenen eine geheimnisvolle Stimmung. Ausgangspunkt
ihrer Malerei sind fotografische Vorlagen. Die Aufnahmen dienen
jedoch nur als Motivspeicher, denn die Figuren werden im Atelier aus ihrem
fotografischen Zusammenhang herausgelöst. Auf der Leinwand erscheinen
sie dann befreit von jeglichem Ballast.
Es ist das Wesentliche, dem Bussmann bei der malerischen Reduktion ihre ganze Aufmerksamkeit widmet. Der Betrachter wird zum Zuschauer einer Bühnensituation,
die auf jede Kulisse verzichtet und den urbanen Menschen auf sich selbst
zurückwirft. Durch die Rückenansichten der dargestellten Personen gewinnt
der Blick des Rezipienten einen Freiraum für individuelle Interpretationen.
Wer in diesem Zusammenhang Darstellungen von Individuen
vermutet, sucht vergebens. Bussmanns Gestalten verkörpern vielmehr
Facetten des menschlichen Daseins, dessen existentiellen Bedingungen
wir letztlich alle unterworfen sind.
Gescannte Tulpen als Metaphern für Migration
Die Scannogramme von Luzia Simons zeigen Tulpenblüten vor einem tiefen Farbraum. Durch die lineare Aufnahmetechnik des Scanners entstehen Bilder, deren räumliche Wirkung zwischen mikroskopischer Nahsicht und unendlicher Tiefe oszilliert. Im Gegensatz zum Fotoapparat hat der Scanner keinen "point of view", also keinen fixen Blickpunkt. Da der Scanner kein Zentrum, keine Tiefe und keine Fluchtlinie akzeptiert, ist der ehemals sichere Standort des Betrachters in Bewegung geraten und zum "way of view" geworden. Er tastet sich über das zu scannende Objekt wie ein Blinder voran und speichert Bildpunkt für Bildpunkt mit gnadenloser Präzision.
Die Künstlerin thematisiert in ihrer Kunst bewusst ausschließlich Tulpen: Aus Persien stammend wurde die Tulpe zu einem zentralen Motiv in der türkisch-islamischen Kultur und unterdessen zu einem nationalen Symbol und Exportschlager der Niederlande. Ihre unzähligen Sorten und Züchtungen machen deutlich, was Luzia Simons als "Einfärben" und "Abfärben" bezeichnet. Gemeint ist damit der ständige Anpassungsprozess und die Veränderung eines Menschen innerhalb einer fremden Kultur. Im Verlauf der Migration bildet sich eine neue, hybride Identität aus, die sich im Tulpenmotiv sowohl visuell durch die Züchtungsmerkmale als auch metaphorisch deutlich widerspiegelt. Die Blüte ist im Moment ihrer größten Prachtentfaltung im Bild "fixiert" und damit unmittelbar vor ihrem Verblühen für die Ewigkeit "konserviert".
Die Bilder beschränken sich meist in panoramaartigem Format auf wenige Details und präsentieren die Blumen wie unbekannte Landschaften. Einzelheiten werden zehn- bis hundertfach vergrößert. Allerdings wirken die vergrößerten Details umso fremder, je präziser sie vom Scanner abgetastet werden.
Kontraste II: Fremdes im Vertrauten
Beide Künstlerinnen konzentrieren sich auf den Moment, wollen ihn festhalten
und "konservieren". Sie zwingen den Betrachter diesen fixierten
Augenblick im Bild optisch abzutasten, ihn in sich "einzuscannen". Dadurch wird der Rezipient für die prachtvollen Details sensibilisiert, um das
Schattenspiel zwischen Licht und Farbe, die einzelnen Nuancen und
Farbfacetten wahrzunehmen. Im scheinbar Vertrauten entdeckt er, je intensiver
er sich damit beschäftigt, Neues und Fremdartiges.
Ansprechpartner Presse
DSV-Gruppe (Deutscher Sparkassenverlag)
Andrea Steinwedel
Telefon +49 711 782-2102
andrea.steinwedel@dsv-gruppe.de
Fachansprechpartnerin
Leiterin DSV Kunstkontor
Dr. Claudia Emmert
Telefon +49 711 782-2973
claudia.emmert@dsv-gruppe.de
Weiterführende Informationen
Digitale, printfähige Bilder der Ausstellung "Kontraste II"
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