Im Rahmen des Personalförderprogramms der Deutschen Sparkassenstiftung für internationale Kooperation war unser Kollege Luiz ab April 2026 für 7 Wochen in Costa Rica. Als Kurzzeitexperte arbeitete er am Projekt "Nachhaltige Umgestaltung der Finanzwirtschaft als Katalysator für die Anpassung an Klimawandel und -risiken in Lateinamerika“ mit. Seine Aufgabe war es, ein Tool für ein lokales Mikrofinanzinstitut zu entwickeln, das Kreditanträge von Kunden auf Konformität mit der Costa Ricanischen Taxonomie für nachhaltige Finanzen prüft.
Im Rahmen meines Auslandseinsatzes in Costa Rica hatte ich die Möglichkeit, an einem spannenden Thema mitzuwirken: Wie kann Künstliche Intelligenz die sozialökologische Transformation des Finanzsektors in Lateinamerika unterstützen? Für mich war das die ideale Verbindung aus Nachhaltigkeit, Digitalisierung und internationaler Zusammenarbeit.
Mein Einsatz war Teil des Projekts „Nachhaltige Umgestaltung der Finanzwirtschaft als Katalysator für die Anpassung an Klimawandel und Klimarisiken“ in Lateinamerika, das die Deutsche Sparkassenstiftung für internationale Kooperation seit 2023 umsetzt. Ziel des Projekts ist es, die sozialökologische Transformation des Finanzsektors voranzutreiben und gleichzeitig finanzielle Inklusion zu stärken – insbesondere im Mikrofinanzsektor, in ländlichen Regionen und für vulnerable Bevölkerungsgruppen.
Meine Hauptaufgabe bestand darin, gemeinsam mit unserem Projektpartner Fundecooperación ein KI-gestütztes Tool zu entwickeln, das Kreditanträge automatisiert auf ihre Konformität mit der costa-ricanischen Nachhaltigkeitstaxonomie prüft. In der Praxis bedeutet das: Dokumente analysieren, relevante Informationen extrahieren, regulatorische Vorgaben interpretieren und daraus eine nachvollziehbare Bewertung ableiten. Genau hier können moderne KI-Systeme ihre Stärken ausspielen und Prozesse effizienter gestalten. Neben der Entwicklung des Tools durfte ich außerdem einen Workshop mit unserem Projektpartner EDESA begleiten und an Kundenbesuchen teilnehmen. Das hat mir einen wertvollen Einblick gegeben, wie die Projektziele vor Ort umgesetzt werden und welchen konkreten Beitrag unsere Arbeit für die Partnerorganisationen leisten kann.
Der Auslandseinsatz hat mir gezeigt, wie viel Wirkung pragmatisch entwickelte KI-Lösungen entfalten können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich mit den heute verfügbaren Technologien bereits viele relevante Anwendungsfälle schnell und praxisnah umsetzen lassen.
Natürlich kam auch das Kennenlernen des Landes nicht zu kurz. San José liegt zentral, sodass sich nahezu alle Regionen Costa Ricas an einem Wochenende gut erreichen lassen. Jede freie Gelegenheit habe ich genutzt, um das Land zu entdecken. Besonders beeindruckt haben mich Puerto Viejo an der Karibikküste, die vielfältigen Nationalparks mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt sowie Uvita und Santa Teresa an der Pazifikküste, die ideale Bedingungen zum Surfen bieten. Am Ende meines Aufenthalts fühlte ich mich fast schon wie ein „Tico“, wie sich die Costa-Ricaner selbst nennen.
Überrascht hat mich, dass Costa Rica deutlich teurer ist, als ich erwartet hatte. Umso angenehmer war die umfassende Unterstützung durch die Deutsche Sparkassenstiftung – sowohl bei der Organisation des Aufenthalts als auch finanziell. Dadurch konnte ich mich voll auf meine Arbeit und die Erfahrungen vor Ort konzentrieren.
Ich bin sehr dankbar für diese tolle Erfahrung. Wer über einen Auslandseinsatz nachdenkt, dem kann ich nur empfehlen, die Chance zu nutzen, wenn sie sich ergibt. Es ist eine Erfahrung, die weit über den beruflichen Alltag hinausgeht und noch lange in Erinnerung bleibt.
berichtet von seinem Aufenthalt in Costa Rica