Sparkassen bei der Zukunftsgestaltung unterstützend zur Seite stehen

11.05.2022

Mehr als nachhaltig wirtschaften - Zusammenhalt für Gesellschaft fördern

Nachhaltigkeit und Klimaschutz zählen zu den zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Entscheidungen von heute prägen maßgeblich die Zukunft der nächsten Generationen. Wie können wir eine lebenswerte Welt erhalten, Umwelt und Klima nicht unnötig belasten und zugleich wirtschaftlich erfolgreich sein? Auch die Finanzmärkte müssen sich diesen Fragen stellen. ,,Sustainable Finance‘‘ (nachhaltige Finanzierung) zielt darauf ab, ökologische, soziale und unternehmerische Kriterien in die Entscheidungen, Produkte und Dienstleistungen von Finanzakteuren mit einzubeziehen.

Verantwortungsvoll handeln

Mit ihrer ,,Selbstverpflichtung für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften‘‘ verfolgen die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe genau diese Ziele. Das Nachhaltigkeitsverständnis der Sparkassen ist deshalb sehr breit aufgestellt. Dabei geht es zum einen um verantwortungsvolles Handeln im jeweiligen Geschäftsgebiet. Dieses ist wiederum eng mit dem öffentlichen Auftrag verknüpft, der die Institute und ihr Handeln seit jeher prägt. Zum anderen sind das unternehmerische Selbstverständnis und die Grundsätze für verantwor-tungsbewusstes Bankwesen der Vereinten Nationen, die ,,Principles for Responsible Banking‘‘ der Finance-Initiative des United Nations Envi-ronment Programme (UNEP) ent-scheidende Faktoren. Diese dienen der Kreditwirtschaft weltweit als Orientierung bei der Erreichung von Klimazielen.

Den Sparkassen geht es also um mehr als das nachhaltige Wirtschaften im eigenen Haus. Auch die Kunden und mit ihnen gesellschaftliche Entwicklungen stehen im Fokus. Schließlich ist die Sparkassen-Finanzgruppe eine bedeutende Wirtschaftskraft, die gesellschaftlichen Wandel aktiv mitgestalten kann. Und der ist bereits in vollem Gange.

Einer Studie des Kompetenz Centers Marktforschung der zur DSV-Gruppe gehörenden S-Markt & Mehrwert ergab, dass 83 % der deutschen Wohnbevölkerung zwischen 18 und 65 Jahren ein nachhaltiger Lebensstil wichtig ist. Aufgabe der DSV-Gruppe ist es, den Sparkassen bei der Zukunftsgestaltung unterstützend zur Seite zu stehen. Einerseits hilft sie den Instituten, die Bedürfnisse der Sparkassenkunden zu verstehen und neue Ertragschancen zu generieren. Andererseits begleitet sie mit ihren Lösungen bei der Umsetzung der Selbstverpflichtung. Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie das Thema Nachhaltigkeit selbst.

Ökologische Nachhaltigkeit nimmt den Erhalt von Natur und Umwelt für nachfolgende Generationen insbesondere durch die schonende und effiziente Nutzung von Ressourcen in den Fokus. Bis Mitte dieses Jahrhunderts strebt die Bundesregierung einen annähernd klimaneutralen Gebäudebestand an. Für die Sparkassen-Finanzgruppe, dem Marktführer im Segment der Immobilienfinanzierung, bezifferte der Deutsche Sparkassen- und Giro-verband (DSGV) das potenzielle Kreditvolumen bei der Sanierung von Bestands-immobilien auf über 300 Mrd. Euro. Zudem gewinnt der Aspekt der Energieeffizienz durch die aktuellen Entwicklungen, wie etwa die steigenden Energiepreise, zusätzliche Priorität.

Um dieses enorme Potenzial nutzen zu können, helfen effiziente digitale Prozesse in der Baufinanzierung und Immobilienbewertung sowie Experten-Know-how, wie sie etwa die Zentrale Immobilienmarkt-Datenbank (ZIMDB) den Sparkassen bietet. Um das Geschäftsfeld ,,Grüne Baufinanzierung‘‘ perspektivisch auszubauen, wurden zunächst die relevanten Daten zur ökologischen Bewertung von Immobilien identifiziert. Diese gilt es zu nutzen und analytisch aufzubereiten. Die Immobilienbesitzer profitieren durch Mo-dernisierungsimpulse und Förder-möglichkeiten, mit denen sie Energie und Geld sparen.

Innovative Konzepte gefragt

Die Zukunft der Mobilität ist ebenfalls eng mit den Herausforderungen eines nachhaltigen Lebensstils verknüpft. Technologischer Fortschritt und veränderte Nutzungsgewohnheiten werden auch hier zwangsläufig zu Veränderungen führen. Mit Blick auf die Erreichung von Klimaschutzzielen sind hier innovative Konzepte und Lösungen gefragt. Elektromobilität ist eine von ihnen.

Sie setzt allerdings eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur in der Fläche voraus. Durch ihre regionale Verwurzelung haben Sparkassen auch hier die Möglichkeit, eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Zukunft einzunehmen und sich aktiv am Ausbau der entsprechenden Infrastruktur in Deutschland zu beteiligen. Über das 360-Grad-Konzept der Sparkassen-Einkaufsgesellschaft (SEG) ist es beispielsweise möglich, eine E-Ladeinfrastruktur nicht nur für die Sparkasse selbst, sondern auch für Firmenkunden und regionale Energieversorger zu planen, umzusetzen und inklusive Wartung zu betreiben. Auch das Bezahlen an E-Ladesäulen wird immer einfacher. An den Säulen, die über die SEG verfügbar sind, kann bereits heute kontaktlos mit der girocard oder Kreditkarte sowie mit dem Online-Zahlverfahren giropay bezahlt werden.

Teil der "DNA"

Sozial nachhaltiges Handeln kommt der Stabilität der Gesellschaft zugute. Diese wird etwa durch gleichberechtigte Teilhabe und die Stärkung sozialen Engagements erreicht. Wer wüsste dies besser als die Sparkassen, die im öffentlichen Auftrag handeln. Gemein-wohlorientierung ist Teil ihrer ,,DNA‘‘ – damit leisten sie einen Beitrag zu nachhaltigem Wohlstandswachstum und übernehmen Verantwortung. Ein Element ist dabei die Unterstützung von lokalen Initiativen und Vereinen vor Ort – und damit letztlich auch die Förderung von gesellschaftlichem Zusammenhalt. Um kleine regionale wie auch über-regionale Initiativen zu unterstützen, nutzen die Sparkassen die gemeinsame Förderplattform ,,Wir-Wunder‘‘. Dort können Gelder für gemeinnützige Zwecke gesammelt und Sparkassenkunden beteiligt werden. Im Fokus der ökonomischen Nach-haltigkeit steht der langfristige wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens. Damit dies gelingen kann, ist vorausschauendes Wirtschaften unerlässlich. Richten sich Unterneh-men konsequent nachhaltig aus, können sie ihr Image verbessern und ihre Kunden-bindung stärken. Bezogen auf ihre Klimaneutralität sind die Sparkassen bereits auf ei-nem guten Weg. Wenngleich hier besonders das Spannungsfeld zwischen einer nach-haltigen Geschäftspolitik auf der einen Seite und dem Kostendruck der Institute auf der anderen Seite deutlich wird. Heißt: Das Erreichen des Klimaziels muss wirtschaftlich leistbar sein.

Nachhaltige Beschaffung 

Eine der zentralen Stellschrauben ist die nachhaltige Beschaffung. Über die SEG als zentralen Einkaufsdienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe profitieren die Sparkassen von Mengenbündelungseffekten bei nachhaltigen Alternativen und zugleich werden deren Nachfrage und Akzeptanz gefördert. Das aktuelle ,,Greenbook‘‘ der SEG schafft diesbezüglich Transparenz über vorhandene Angebote und konkrete Koope-rationspartner.

Zum Jahreswechsel hat sich die DSV-Gruppe organisatorisch neu aufgestellt und agiert seitdem in einer effizienten Holdingstruktur. Zur strategischen Neuausrichtung gehört auch das Bekenntnis zur nachhaltigen Ausrichtung der Geschäftspolitik. Neben den zusätzlichen Marktchancen für Sparkassen hat sich die DSV-Gruppe vorgenommen, auf vielen Ebenen nachhaltiger zu agieren, damit sie selbst und die Gesellschaft zukunftsfähig bleiben. Vor einigen Jahren wurde ein Umweltmanagementsystem in der DSV-Gruppe aufgebaut, das nach der internationalen Umweltmanagementnorm ,,ISO 14001‘‘ zertifiziert ist und den betrieblichen Umweltschutz kontinuierlich verbessert.

Sozial engagiert zeigt sich die DSV-Gruppe etwa mit ihren Weihnachtsspenden an diverse Vereine, die von den Mitarbeitenden jährlich vorgeschlagen und ausgewählt werden – größtenteils aufgrund persönlichen Engagements. Als verantwortungsvoller Arbeitgeber gewährleistet die DSV-Gruppe nicht nur Arbeitssicherheit – zahlreiche Angebote zum Gesundheitsschutz bis hin zur Grippeimpfung ergänzen dieses Themenfeld umfassend. Um eine moderne Unternehmenskultur, mehr Meinungsvielfalt und eine höhere Arbeitgeberattraktivität zu erzielen, wurde in den vergangenen Jahren zudem in Projekte zur Förderung der Chancengleichheit investiert.

 

 

Beitrag

von Dr. Michael Stollarz, Vorsitzender der Geschäftsführung der DSV-Gruppe

Erschienen in der Börsen-Zeitung am 11.05.2021

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