Regulatorischer Druck – etwa durch den Digital Operational Resilience Act (DORA) – belastet Sparkassen und die DSV-Gruppe als Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT-)Dienstleister gleichermaßen. Die DSV-Gruppe reagiert doppelt: strukturell gestärkt und mit aktiver Begleitung durch den Konzernvertrieb, der vor Ort entlastet.
Verstärkung in der Holding
Zu Jahresbeginn 2025 wurde der Zentralbereich Regulatorik und Risikomanagement (DHR) geschaffen.
In der internen Compliance-Zentrale sind unter der Leitung von Markus Albrecht (siehe Interview) bereits bekannte Themen wie Informationssicherheit, Datenschutz, Auslagerungsmanagement, IT-IKS und KI-Compliance organisatorisch neu gebündelt.
Als Mehrmandanten- und IKT-Dienstleister der Sparkassen war die DSV-Gruppe mit 39 betroffenen Dienstleistungen in der Kette selbst direkt dem Anwendungsbereich von DORA unterstellt. Die Umsetzung ist mittlerweile erfolgreich abgeschlossen: Alle relevanten IKT-Dienstleistungen wurden eingewertet, vollständige Auskunftsbögen für das Informationsregister der Sparkassen bereitgestellt und neue Rahmenverträge für IKT-Regulatorik abgeschlossen. Vor allem die vorausgefüllten Auskunftsbögen haben die Sparkassen entlastet – denn auch sie mussten jeden einzelnen ihrer Dienstleister entsprechend überprüfen.
Vertrieb: Strategie trifft Praxis
So wundert es nicht, dass regulatorische Auflagen und Fachkräftemangel laut aktueller REFLECT-Umfrage für Sparkassen weiterhin zu den größten Herausforderungen zählen. Der Konzernvertrieb der DSV-Gruppe setzt hier gezielt an: Ausgangspunkt ist die enge Vernetzung in Gremien und Arbeitskreisen der Sparkassen-Finanzgruppe. So werden Bedarfe frühzeitig erkannt und in konkrete Leistungen übersetzt. Die zweimal jährlich stattfindenden Strategiegespräche auf Vorstands- und Entscheider:innen-Ebene mit den Sparkassen schärfen den Blick für die individuellen Herausforderungen vor Ort. Wenn es um konkrete Fragen der Sparkassen zur Umsetzung der regulatorischen Vorgaben geht, hilft auch mal der direkte Draht in den neuen Zentralbereich.
Konkrete Hilfe vor Ort
Seit Mitte 2025 unterstützt die DSV-Gruppe ganz praktisch bei der Einführung neuer zentraler Lösungen, denn dort fehlen Kapazitäten oft am dringendsten. Ein Expertenteam der DSV-Gruppe begleitet die Sparkassenmitarbeitenden vor Ort oder online – sowohl fachlich als auch methodisch, bis das Produkt nachhaltig in den eigenen Abläufen verankert ist.
So können sich die Institute intensiver auf ihr Kerngeschäft fokussieren. Nach der erfolgreichen Pilotierung der Einführung des Modernisierungsrechners 2025 ist diese Vor-Ort-Unterstützung aktuell ebenso für S-Kundenzufriedenheitsmanagement, Linda+ Voice sowie S-Neo aktiv.
Markus Albrecht, Mitglied der Geschäftsleitung der DSV-Gruppe sowie Bereichsleiter Regulatorik und Risikomanagement spricht im Interview über seinen Start in der DSV-Gruppe und regulatorische Herausforderungen.
Seit Ihrem Start bei der DSV-Gruppe 2025 leiten Sie den neu geschaffenen Zentralbereich Regulatorik und Risikomanagement. Wie kam es dazu?
Umfang und Komplexität der regulatorischen Vorgaben haben sich sehr dynamisch entwickelt. Zeitgleich hat sich die interne Zusammenarbeit zu den Themen intensiviert. Ein neuer zentraler Unternehmensbereich in der Holding war die logische Konsequenz und dessen Leitung eine willkommene Herausforderung für mich.
Sie waren Leiter Organisation und IT einer Großsparkasse. Was verändert dieser Hintergrund für Ihre Arbeit?
Er schärft den Blick für das, was in den Instituten wirklich zählt. Ich kenne die Situation, in der neue regulatorische Anforderungen parallel zum laufenden Betrieb umgesetzt werden müssen – mit begrenzten Kapazitäten und konkurrierenden Prioritäten.
Was kommt nach DORA?
Die regulatorische Agenda bleibt anspruchsvoll. Neben der Anbindung der DSV-Unternehmen an die Sparkassen-Auslagerungsmanagement GmbH rücken die Anforderungen der 9. MaRisk-Novelle in den Fokus. Hier werden die Änderungen zum Drittparteienmanagement für uns einen wesentlichen Schwerpunkt bilden.