Im Interview berichten Martina Weimert (EPI Company) und Miguel Soto Palma (KSK Heilbronn) von Potenzialen im Vertrieb von Wero und Payment.
Challenge für den EPI-Vertrieb: Noch viel Potenzial
Wie läuft aktuell die Akquise großer Händler?
Weimert: Starkes Interesse ist da und damit auch viel Potenzial. Mit dem Ziel der Marktdurchdringung sind wir an mehreren großen Händlern dran. Doch es gibt noch Hemmnisse beim praktischen Umsetzen: Acquirer auswählen, Wero implementieren, Systeme anpassen – ein echtes IT-Projekt für Händler. So zieht sich der Weg von der Zusage bis zum Livegang oft länger hin. Wichtig bleibt nach wie vor, weitere Bankpartner zu gewinnen.
Wie will EPI Wero vertrieblich pushen?
Weimert: Mit echten Leuchttürmen: Noch in diesem Jahr planen wir große nationale Kommunikations- und Vertriebsmaßnahmen zur Unterstützung des Händler-Roll-outs. Darüber hinaus sind wir natürlich auch mit der DSV-Gruppe und der S-Payment als Umsetzungspartner in der Sparkassen-Finanzgruppe im engen Austausch und erstellen entsprechende Marketingpläne. Weiterhin laufen die P2P-Kampagnen auf verschiedenen Ebenen, ebenso die Incentive-Kampagnen für den E-Commerce.
Was erwarten die Händler von Wero?
Weimert: Unser stärkstes Argument: Wero ist für sie kostengünstiger als große Wettbewerber. Und es ist eine europäische Lösung. Zudem kann der Handel bei EPI seine Wünsche einbringen, zum Beispiel Zusatzdienstleistungen wie integrierte Händlertreueprogramme. Die großen Ketten wollen als ersten Payment Use Case In-App-Zahlungen integrieren.
Im Herbst werden wir bereits Abozahlungen und One-Klick-Zahlungen anbieten, also einfache Zahlungen ohne Authentifizierung. Spannende Themen sind auch Vorautorisierungen oder nutzungsabhängige, also verzögerte Zahlungen wie etwa beim Automaten-Tanken.
Ein weiterer Händlerwunsch sind Use Cases mit QR-Code: Seit April gibt es sie an Park- und E-Auto-Ladesäulen. Das Bezahlen funktioniert so viel einfacher als mit Apps. Das gilt auch für selbstbediente Kioske an Bahnhöfen und Flughäfen.
Sichtbarkeit im Payment-Vertrieb
Wero als europäische Lösung für die Zukunft: Auch die Kreissparkasse Heilbronn betont die hohe Relevanz der Lösung und ist von Anfang an mit viel Energie und Tempo in allen Vermarktungsphasen aktiv. Zunächst überzeugte man Mitarbeitende und motivierte sie zur Registrierung. Kund:innen führte man über verschiedene Kanäle an Wero heran; seit November 2025 sorgt der Easy Start für einfaches Onboarden. „Wir haben alle von der S-Payment angebotenen Maßnahmen konsequent eingesetzt“, erklärt Miguel Soto Palma, Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse Heilbronn. „Fast 40 Prozent unserer App-Nutzenden sind nun Wero-ready.“
Neben Kundennutzen, Komfort und Schnelligkeit nennt Soto Palma noch einen weiteren Erfolgsfaktor: Für eine starke Marktdurchdringung sei vor allem die wachsende Akzeptanz im E-Commerce entscheidend. Mit der kontinuierlichen Etablierung großer nationaler Anbieter werde die Lösung auch für viele kleinere regionale Händler interessant, sagt Soto Palma.
Terminals im Online-Selfservice
Mit fast 2.000 Händlerterminals und jährlich über sieben Millionen Transaktionen ist die Kreissparkasse Heilbronn im Markt gut positioniert. Ihr Erfolgsrezept: eine starke Payment-Vertriebseinheit und die Zusammenarbeit mit S-Händlerservice und S-Payment, auch für den Ideenaustausch und für neue Impulse. Denn das Händlergeschäft sei kein Selbstläufer, bestätigt Vorstandsmitglied Soto Palma. Schließlich werde der Vertrieb immer digitaler, die Zahl der Wettbewerber nehme zu, und auch „Wero hat eine strategische Relevanz für das Payment der Zukunft.“
Händlerkunden informierten sich online. Mit dem Selbstabschluss für Terminals und Einstiegslösungen wie S-POS und S-POS Cube in ihrer Internet-Filiale schließt die Sparkasse die bisherige Angebotslücke für kleinere Händler und ist mit Online-Kampagnen präsent. Gegenüber reinen Digitalanbietern punktet sie weiterhin mit persönlicher Beratung und Service, gerade bei größeren Kunden mit hohen Ansprüchen.
Hier geht es zum Geschäftsbericht der DSV-Gruppe 2025: