Geschäftszahlen 2021 der DSV-Gruppe

30.06.2022

Der Dreiklang aus Niedrigzinsphase, Regulatorik und Digitalisierung bestimmt unverändert das Geschäftsumfeld der Sparkassen. Dies hat neben Effekten der Coronapandemie das Geschäftsjahr 2021 der DSV-Gruppe maßgeblich geprägt. Dennoch konnte der zentrale Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe mit Hauptsitz in Stuttgart seinen Konzernumsatz um 33,8 Millionen Euro auf 629 Millionen Euro steigern. Die Neuaufstellung der DSV-Gruppe in einer effizienten und zukunftsgerichteten Konzernstruktur konnte zum Jahresstart 2022 erfolgreich abgeschlossen werden.

Stollarz: Weiter herausfordernde Bedingungen

Maßgeblich zum Konzernumsatz beigetragen haben das unverändert hohe Kundeninteresse an mobilen Zahlungsanwendungen sowie an innovativen Dienstleistungen und Produkten für den Zahlungsverkehr. Auch konnten höhere Umsätze mit Individualservices sowie neuen Dienstleistungen, wie zum Beispiel Leadgenerierung, und Zusatzbeauftragungen zur Weiterentwicklung der für die Sparkassen betriebenen Plattformen erzielt werden. Mehrwert-Dienste und das Angebot von Ident- und Signaturverfahren haben ebenfalls zum Umsatzplus beigetragen.

„Wir spüren deutlich den gestiegenen Kostendruck der Institute und eine gewisse Zurückhaltung aufgrund der anhaltend herausfordernden Rahmenbedingungen etwa durch den AGB-Änderungsmechanismus“, fasst Dr. Michael Stollarz, Vorsitzender der Geschäftsführung der DSV-Gruppe, zusammen. „In diesem anspruchsvollen Umfeld haben wir die Weiterentwicklung von Innovationen vorantreiben können und entscheidende Impulse gesetzt, um die Institute bei der digitalen Transformation ihrer Geschäfte und Prozesse zu unterstützen und neue Ertragschancen zu generieren.“ Die Ukraine-Krise und die damit einherge-henden Unsicherheiten stellten die Unternehmen der DSV-Gruppe im laufenden Jahr vor neue Herausforderungen, so Stollarz weiter. „Umso wichtiger ist es, dass wir den Umbau in eine effiziente Holdingstruktur abgeschlossen haben und mit klarer Positionierung am Markt auftreten.“

Klare Marktausrichtung

Sichtbar am Markt tritt die DSV-Gruppe jetzt mit ihren jeweils unternehmerisch eigenverantwortlichen Kompetenzmarken S-Payment, S-Public Services, S-Management Services sowie S-Communication Services (letztere ab Mitte August 2022) auf. Der Deutsche Sparkassenverlag (DSV) fungiert als Holding, aus der wesentliche Shared Services – Strategie, Finanzen, Personal, Administration und Vertrieb – für die Unternehmen der DSV-Gruppe erbracht werden. 

Das operative (betrieblich verursachte) Ergebnis des Konzerns lag 2021 unter dem Vorjahreswert, blieb aber trotz aller Herausforderungen positiv und in der Größenordnung des Vorjahres. Der stark gestiegene Jahresüberschuss des Konzerns von 44,8 Millionen Euro (2020: 22,3 Millionen Euro) ist auf das Ergebnis 2021 der Worldline PAYONE Holding zurückzuführen, an der die DSV-Gruppe zu 40 Prozent beteiligt ist. Treiber der Ergebnisentwicklung dort waren positive Effekte aus der erfolgreichen Weiterentwicklung des Joint Ventures mit der französischen Worldline Group, unter anderem aus dem Verkauf des Geschäfts in der Schweiz. Worldline ist ein weltweit führender Anbieter von sicheren Zahlungsdienstleistungen und verlässlichen Transaktionen.

Im Durchschnitt waren im Geschäftsjahr 2021 in der DSV-Gruppe 2.372 Mitarbeitende beschäftigt, bezogen auf Ganztagskapazitäten. Diese Zahl berücksichtigt erstmalig alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen in der neuen Konzernstruktur, die voll konsolidiert werden.

Treiber des digitalen Wandels

Mit der automatisierten Kampagnenausspielung (AutKA) ist es gelungen, die Sparkassen zu entlasten und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu bieten, Kunden effizient und kostengünstig auf unterschiedlichen Kanälen ansprechen. Der neue Service vom Sparkassen-Finanzportal (SFP), ab Mitte August 2022 S-Communication Services GmbH, nimmt den Instituten wichtige Schritte bei der Planung und Ausspielung von Kampagnen ab – sei es in der Internet-Filiale oder der Sparkassen-App – und entlastet so die Institute. Auch Data Analytics-Kampagnen waren im Jahr 2021 sehr gefragt. So vervielfachte sich die Zahl der Kampagnenbuchungen von 88 auf mehr als 600. Data Analytics ermöglicht es, den Verbrauchern zur richtigen Zeit im richtigen Kanal relevante Services zu bieten – und sich auf diese Weise vom Wettbewerb abzuheben. Eine intensive Zusammenarbeit innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe etwa mit Finanz Informatik, Verbänden und Verbundpartnern macht dies möglich.

Apple Pay weiter Erfolgsgeschichte

2,5 Millionen Sparkassenkunden nutzten im Jahr 2021 Apple Pay zum Bezahlen mit ihrer Sparkassen-Card (girocard) oder Sparkassen-Kreditkarte. Dies ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert (2020: 1,5 Millionen Nutzer). Dieser Zuwachs resultiert nicht zuletzt daraus, dass die Sparkassen und Apple den Einsatz von Apple Pay auf immer mehr Kanälen und Geräten an-bieten – seit Juli 2021 ist die girocard mit Apple Pay auch im E-Commerce nutzbar. Um Marktpotenziale für die Sparkassen-Finanzgruppe im Payment ausschöpfen zu können, setzt die DSV-Gruppe – hier die Kompetenzmarke S-Payment – auf Kooperationen. So auch im Marktbereich der Bezahloption Buy-now-pay-later (BNPL). Gemeinsam mit S-Kreditpartner wurde der Expresskredit entwickelt, der in die Android-App „Mobiles Bezahlen“ inte-griert ist, und es Kunden ermöglicht, direkt am Point of Sale (POS) spontan und diskret ein Produkt zu finanzieren, ohne den Händler einbeziehen zu müssen. Über die App kann ein Betrag zwi-schen 500 und 3.000 Euro von den Sparkassenkunden angefragt werden.

Im Payment-Standardgeschäft sorgte der S-Händlerservice der PAYONE durch den weiteren Ausbau des Online-Vertriebs für eine Erleichterung für die Sparkassen. So können Händler – ohne Einbindung der Institute – fallabschließend etwa Terminallösungen ordern. Die Bestellabwicklung übernimmt der S-Händlerservice. Bereits 170 Sparkassen nutzen dieses Angebot, das gemeinsam mit der Finanz Informatik entwickelt wurde.

Marktführerschaft behaupten

Große Marktpotenziale gibt es auch im Bereich der Immobilienfinanzierung. So bezifferte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) für die Sparkassen-Finanzgruppe das potenzielle Kreditvolumen allein für die Sanierung von Bestandsimmobilien auf über 300 Milliarden Euro. Doch die Digitalisierung bringt zunehmend Wettbewerber in den Markt. Innovative Konzepte wie das Projekt Immobiliennetzwerk, eine Kooperation von DSV-Gruppe, Finanz Informatik und mehreren Sparkassen, helfen den Instituten, ihre Marktführerschaft zu behaupten. Im Zentrum steht die Vernetzung von s-immobilien.de, der Zentralen Immobilien-Marktdatenbank (ZIMDB) und OSPlus, was die Wertschöpfung im Geschäftsfeld Immobilie deutlich erhöht. Dabei hat sich die ZIMDB, die von der Kompetenzmarke S-Management Services verantwortet wird, als digitales Fundament für die Daten der Sparkassen etabliert, welche die ideale Ausgangsbasis für Innovationen bietet. Zudem hilft sie, die stetig wachsenden regulatorischen Anforderungen zu erfüllen.

Ausgezeichnetes E-Payment

Das Fachmagazin eGovernment Computing zeichnete nach einer Leserbefragung die Kompetenzmarke S-Public Services für ihr bürgerfreundliches E-Payment bei Kommunen und kommunalen Betrieben im Jahr 2021 mit Gold aus. Als Partner der Sparkassen unterstützt S-Public Services dabei, Marktpotenziale auszuschöpfen und den Kommunen als Partner für Digitalisierung zur Seite zu stehen. E-Payment gilt als eine der Schlüsseltechnologien in dem stark wachsenden Markt. So stiegen allein im Jahr 2021 die bargeldlosen Transaktionen in Kommunen und kommunalen Unternehmen um rund 84 Prozent. Steigende Bedeutung erfuhr dabei die Multibezahllösung GiroCheckout, deren Kundenzahl unter den Kommunen um 549 auf über 3.000 gestiegen ist.

Klimaneutralität bezahlbar machen

Mehr als 650 Kunden – Institute der Sparkassen-Finanzgruppe und kommunale Kunden – nutzten im vergangenen Jahr Produkte und Lösungen der Sparkassen-Einkaufsgesellschaft (SEG), dem zentralen Einkaufsdienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe. Sie erzielten dabei durch Mengenbündelungseffekte Kostenreduktionen von bis zu 40 Prozent. Dass wirtschaftlicher Erfolg nicht zulasten der Umwelt gehen muss, beweist die SEG mit den Möglichkeiten nachhaltiger Beschaffung. Dazu hat sie ein „Greenbook“ veröffentlicht, das Transparenz über vorhandene Angebote und konkrete Kooperationspartner in diesem Bereich bietet. 

Zum  31. März 2022 hat die SEG das Geschäft der Norddeutschen Einkaufskoordinationsgesellschaft (NordEK) übernommen und damit die Konsolidierung von Einkaufsdienstleistungen in der Sparkassen-Finanzgruppe weiter konsequent vorangetrieben. Die NordEK war 1997 von der Landesbank Berlin AG / Berliner Sparkasse und der NORD/LB gegründet worden. Nach der Zusammenführung der beiden Einheiten wird ein Einkaufsvolumen von rund 400 Mio. EUR pro Jahr gebündelt. 

Ansprechperson für Journalist:innen
Heike Habersang

Pressesprecherin / komm. Leiterin Konzernkommunikation

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