Ideenfindung mit Design Thinking

Kunden und deren Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt der Innovationsmethode Design Thinking. Ein guter Grund, weshalb das Thema bei teilnehmenden Sparkassen auf dem diesjährigen 9. IDEENFORUM der MehrWert Servicegesellschaft, die zur DSV-Gruppe (Deutscher Sparkassenverlag) gehört, auf starkes Interesse stieß.

Design Thinking zielt darauf ab, möglichst unterschiedliche Erfahrungen, Meinungen und Perspektiven in Bezug auf eine bestimmte Problemstellung zusammenzutragen. Wie kann diese Methode in Sparkassen erfolgreich eingesetzt werden? Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Informations-Erlebnis in Form von zielgruppenaffinem Content für Junge Erwachsene in digitalen Medien zu schaffen, stellt für viele eine Herausforderung dar. Hilfreich können hier Interviews mit Kunden und Nicht-Kunden im entsprechenden Alter sowie Gespräche mit Experten sein.

Erwünschtes Scheitern

Auch die Entwicklung eines Beispielkunden, einer sogenannten Persona, kann dabei helfen, sich in die Zielgruppe hineinzuversetzen. Neu gewonnene gemeinsame Einsichten unterstützen das Innovationsteam dabei, in einem weiteren Schritt neue Ideen zu entwickeln. Das könnte in diesem Fall zum Beispiel eine interaktive Plattform sein, auf der Nutzer mitbestimmen, welche Content-Themen veröffentlicht werden. „Sind die Vorschläge auf Attraktivität, Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit hin überprüft, kann ein Prototyp etwa in Form eines sogenannten Klick-Dummys entwickelt und getestet werden. Das Feedback der Tester ermöglicht dann die Weiterentwicklung des Angebots“, erläutert Mustafa Öztürk, Geschäftsführer der MehrWert Servicegesellschaft (MWSG), und betont, dass somit selbst negative Reaktionen – also auch ein Scheitern – den Weg zum Erfolg weisen können.

So nutzt die MWSG die Design-Thinking-Methode, um Mehrwertleistungen (weiter) zu entwickeln und bietet Sparkassen in Kooperation mit einer Unternehmensberatung auch Workshops mit speziell hierfür ausgebildeten Trainern an. Marion Friedrich-Eißrich, Produktbetreuerin Mehrwertkonten bei der Sparkasse Aachen, nahm an einem der Workshops auf dem 9. IDEENFORUM teil. Besonders spannend fand sie, dass der Design-Thinking-Prozess eine alternative Herangehensweise biete, um sich einer Lösung zu nähern.„Oftmals gibt es Vorgaben, nach denen man sich richten muss. Hier arbeitet man dagegen komplett losgelöst vom Ergebnis. Man ist viel freier in seinen Überlegungen und hat nicht bereits eine vorgefertigte Meinung oder einen konkreten Vorschlag im Hinterkopf. Vielleicht kommt dabei am Ende eine ganz andere Idee heraus, als man zu Beginn der Ideenfindung gedacht hat“, sagt Friedrich-Eißrich zu den Vorteilen der Methode. Durch das Einnehmen der Kundenperspektive sei es ihr leichter gefallen, Innovationspotenziale zu identifizieren. Aus diesem Grund könne sie sich den Einsatz dieser Methode gut vorstellen, um die Leistungen der Mehrwertkonten der Sparkasse Aachen (LOGO!, S-YOUNG und S-POOL) weiterzuentwickeln.