Sachkosten gut Griff

Die Praxis zeigt: Strategisches Sachkostenmanagement funktioniert am besten im Verbund.

Sachkostenmanagement ist für die Sparkassen längst eine Pflichtübung. Im regelmäßigen Dialog mit anderen Instituten und mit digitaler Unterstützung gelingen Kostensenkungen in wichtigen Bereichen. Viele niedersächsische Sparkassen beispielsweise beteiligen sich regelmäßig an den jährlichen Auswertungen im SKM-Portal des Deutschen Sparkassenverlags (DSV). Dank einer Verbandslizenz greifen seit 2017 fast drei Viertel der 43 Sparkassen im Sparkassenverband Niedersachsen (SVN) auf das SKM-Portal zu, um verborgene Kostensenkungspotenziale zu entdecken und sich mit anderen Instituten zu vergleichen. Etwa die Hälfte beteiligt sich zudem an den jährlichen Workshops des SVN.

So entwickeln sich intensive persönliche Arbeitskontakte, die eine breite Basis für das verbandsinterne Benchmarking der Sachkosten sicherstellen. Auf dem Weg zur Spitzeneffizienz gehe es nicht um „gut“ oder „schlecht“, sondern um eine gezielte Maßnahmendiskussion, erklärt Hauke Diemer, Referent für Produktivitätsmanagement beim SVN. Trotz schwieriger Flächenthematik erreichen erste niedersächsische Institute bereits die bundesdeutsche Benchmark (35m²/MAK). In den Workshops entstehen individuelle „Bebauungspläne“, in denen die Sparkassen ihre Potenziale nach Umsetzungsdauer klassifizieren. Schon bei Instituten mit circa 2,5 Milliarden Bilanzsumme können sich laut Diemer Einsparungspotenziale von jährlich über einer Million Euro ergeben..

Regelmäßiger Austausch

Das SKM-Portal ermöglicht nicht nur, Handlungsfelder zu identifizieren, sondern auch – etwa mithilfe der integrierten Maßnahmendatenbank – zu bearbeiten. Erfolgreich erprobte Maßnahmen mit hohem Effizienzpotenzial gibt es auch bei den Strom- und Heizkosten. Das zeigt das Beispiel der Kreissparkasse Schwalm-Eder. Hier umfassen die Energiekosten acht Prozent der gesamten Sachkosten. Beim Check mit dem SKM-Portal fokussiert sich die Sparkasse vor allem auf die Raumkosten für Strom, Heizung und Reinigung. Neben einer deutlichen Flächenreduzierung durch Verkauf und anschließendes Rückmieten von Geschäftsräumen stellte die Sparkasse konsequent auf LED-Beleuchtung um und erzielte auf diesem Weg eine Energieeinsparung von bis zu 80 Prozent.

Außerdem sank der Stromverbrauch in den Filialen dank „Green SB“: Durch die nächtliche Umstellung der 80 SB-Terminals und 45 Geldautomaten auf den Sleep-Modus spart das Institut jährlich bis zu 10.000 Euro. Mit dieser Maßnahme war die Sparkasse Pilot in Nordhessen und weckte bereits das Interesse von Sachkostenmanagern anderer Sparkassen. Bei den Stromkosten liegt die Sparkasse auf Verbandsebene auf Platz 4, bei den Heizkosten auf Platz 6.

„Da ist noch Luft nach oben“, meint der Fachbereichsleiter Unternehmensentwicklung Reinhard Schnitzerling und ergänzt: „Regelmäßiges Benchmarking via SKM-Portal zeigt uns Schwachpunkte auf, woraufhin wir im persönlichen Austausch mit Vergleichssparkassen passende Verbesserungslösungen finden.“