Innovationen im Zahlungsverkehr

Der Handel verlangt heute maßgeschneiderte Bezahllösungen für die beiden Einkaufswelten „Stationäre Filiale“ und „Online-Shop“. Durch digitalisierte und miteinander verzahnte Omnichannel-Lösungen erhalten die Händler von ihren Sparkassen deutlich bessere Steuerungsmöglichkeiten für ihr Geschäft. Damit können sie sich auf veränderte Kundenbedürfnisse einstellen. Denn mit ihren Smartphones, Tablets oder Laptops wechseln Konsumenten ganz selbstverständlich zwischen stationärem Handel und Online-Shop.

Handel im Wandel: Investition in die Payment-lnfrastruktur

Der Studie „IT-Trends im Handel 2017“ des EHI Retail Institute zufolge haben Projekte zur Umsetzung einer Omnichannel-Strategie künftig für über die Hälfte der Befragten höchste Priorität. Auf der Agenda stehen die Optimierung oder Erneuerung der Warenwirtschaft sowie der Kassen-Hard- und Software, um eine durchgängige Omnichannel-Strategie in erforderlichem Maße zu unterstützen. Die aktuellen Trends zur Digitalisierung haben auch Auswirkungen auf die Payment-Systeme im Handel.

Die Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2017“, ebenfalls vom EHI Retail Institute, zeigt, dass derzeit 47,2 Prozent der großen Handelsunternehmen in den nächsten zwei bis drei Jahren Investitionen in die Payment-lnfrastruktur planen. Im Fokus stehen dabei die Einführung einer neuen Terminalgeneration, mobile Kartenlesegeräte oder auch das digitale Belegmanagement.

Sparkassen als Business Partner für digitale Transformation

Die Sparkassen haben hier die Chance, sich bei ihren örtlichen Händlern im Zukunftsfeld Payment als zentraler Berater und Business-Partner zu positionieren – mit einer ganzheitlichen Strategie über alle Payment-Leistungen hinweg.

Zu einem ganzheitlichen Angebot gehören zum Beispiel:

  • Omnichannel-fähige POS- und E-Commerce-Zahlverfahren
  • Bereitstellung eines flexiblen, multikanalfähigen Onlineshops/Webbaukastens
  • Erweiterung des Terminalportfolios
  • Mehrwerte rund ums Payment (z. B. Couponing, Digitale Kundenkarte)
  • Digitale Kundenansprache (z. B. über Beacons).

Der folgende Überblick zeigt aktuelle Payment-Trends und Anforderungen im Handel, zu denen die Sparkassen-Finanzgruppe zahlreiche Innovationen im Zahlungsverkehr für Privat­ und Firmenkunden und im Akzeptanzgeschäft vorantreibt: kontaktloses Zahlen mit Debit- und Kreditkarten am Point-of-Sale, mobiles Bezahlen mit dem Smartphone und Bezahlen im E-Commerce.

Bargeldreduktion weiter gewünscht

Der kartengestützte Umsatzanteil im deutschen Einzelhandel ist mit 45,6 Prozent nicht mehr weit von dem der Barzahlung entfernt (51,3 Prozent). Das EHI Retail Institute prognostiziert, dass der Kartenanteil – unabhängig von einem möglichen Durchbruch des mobilen Bezahlens – bis zum Jahr 2020 auf fast 50 Prozent steigen wird. Der Anteil der Debitkarten am Umsatz wird nach EHI-Berechnungen dann bei 84,2 Prozent liegen.

Cashback-Service: Bargeld auszahlen an der Kasse

Der Handel sucht neben der Akzeptanz bargeldloser Zahlverfahren auch nach zusätzlichen Wegen, das ressourcen- und kostenintensive Bargeld in seinen Kassen zu reduzieren. Einer davon ist „Cashback“, die Bargeldausgabe an der Ladenkasse im Rahmen eines Bezahlvorgangs mit der Girocard.

Im Herbst 2017 hat die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) eine Vereinbarung mit der BaFin im Girocard-System umgesetzt: Netzbetreiber können nun die Cashback-Funktion in ihr Leistungsportfolio aufnehmen und allen angeschlossenen Händlern anbieten. Die Sparkassen-Finanzgruppe wird über ihren Omnichannel Payment­-Provider BS PAYONE und über das Payment-Kompetenzcenter S-Payment diesen Service ebenfalls zeitnah interessierten Sparkassen-Firmenkunden anbieten

Kontaktloses Bezahlen erhöht Tempo beim Kassieren

Kontaktloses Bezahlen mit der Girocard, der Kreditkarte oder dem Smartphone trägt entscheidend dazu bei, den Bezahlprozess an der Ladenkasse zu beschleunigen. Eine Messung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Lebensmitteleinzelhandel im Auftrag der Euro-Kartensysteme hat das belegt. Bei insgesamt 840 Transaktionen im Mai und Juni 2017 mit verschiedenen Bezahlverfahren war die kontaktlose Zahlung mit Girocard ohne PIN-Eingabe mehr als doppelt so schnell (rund elf Sekunden) wie die herkömmliche Girocard Zahlung mit Stecken der Karte (23 Sekunden) oder die Barzahlung (24 Sekunden).

Der deutsche Handel ist vom Geschwindigkeitsvorteil des kontaktlosen Bezahlens überzeugt und stattet seine Terminals zügig mit dem Near Field Communication (NFC)-­Standard aus. Dieser weltweit verbreitete Standard ist die Basistechnologie für kontaktloses Bezahlen. Große Einzelhandels- und Lebensmittelfilialisten aus den Top-20 des deutschen Handels akzeptieren bereits Girocard kontaktlos bundesweit in ihren Filialen.

Insgesamt haben Händler und Netzbetreiber bis heute über 450.000 Girocard-kontaktlosfähige Terminals installiert. Bis Ende 2020 werden alle 45 Millionen Sparkassen-Cards Girocard kontaktlosfähig sein und so noch schnelleres Bezahlen ermöglichen. Im August 2017 hat auch die Ausgabe von Sparkassen-Kreditkarten mit Kontaktlos-Funktion begonnen.

Nachfrage nach Smartphone-Bezahlverfahren steigt

Das mobile Bezahlen ist ein weiteres wichtiges Serviceangebot für den stationären Handel, um Kunden langfristig zu binden, denn das Interesse der Verbraucher am mobilen Bezahlen ist groß: Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Vereins „Initiative Deutsche Zahlungssysteme“ sind 56 Prozent der 16- bis 29-Jährigen offen für das kontaktlose Bezahlen per Smartphone.

Die Marktteilnehmer – Banken, Handelsfilialisten, Telekommunikations-anbieter und andere – reagieren auf die steigende Nachfrage nach Mobile Payment-Produkten. Das Angebot ist momentan noch sehr fragmentiert. Allerdings kristallisiert sich eine Basistechnologie heraus, die sich zum flächendeckenden Standard für Mobile-Payment-Angebote in Deutschland entwickeln könnte: Die NFC-Technologie, die auch schon bei kontaktlosen Kartenzahlungen im Einsatz ist, in Verbindung mit „Host Card Emulation" (HCE) – einer Technologie zur sicheren Digitalisierung physischer Karten in NFC-basierten mobilen Bezahlsystemen. Auf diesen beiden Technologien basiert auch das Produkt „Mobiles Bezahlen“ der Sparkassen-Finanzgruppe. Auch die Produkte anderer Institute wie der Deutschen Bank, der Postbank sowie der Volks- und Raiffeisenbanken setzen auf die gleichen Standards.

Ab Mitte 2018: mobil bezahlen mit der Sparkasse

Die Sparkassen-Finanzgruppe wird sich ab dem 30. Juli 2018 mit einem flächendeckenden Angebot für mobiles Bezahlen in diesem Wachstumsmarkt positionieren und ihren Kunden eine attraktive Lösung anbieten. Eine frühzeitige und umfassende Etablierung in diesem dynamischen und konkurrenzstarken Umfeld ist wichtig, um Kunden langfristig zu binden, den Anteil von Bargeldzahlungen weiter zu verringern und so Ertragspotenziale im Payment-Geschäft auszubauen.

Strategisch wichtig ist dabei, dass das Produkt „Mobiles Bezahlen“ der Sparkassen auf Zahlungssystemen aufbaut, mit denen die eigenen Kunden heute schon bezahlen und bei denen die Institute die Gestaltungs- und Preishoheit haben. Daher basiert „Mobiles Bezahlen“ mit der Sparkasse auf den etablierten Kartenzahlsystemen der Deutschen Kreditwirtschaft – Sparkassen-Card (Girocard) und Sparkassen-Kreditkarte (Mastercard) – mit ihrer hohen Reichweite in ganz Deutschland.

Die Kunden können ihre Sparkassenzahlungskarten als zusätzlichen Leistungsbestandsteil ihres Girokontos in der App „Mobiles Bezahlen“ auf Android-Smartphones digitalisieren. Sie sind dann immer in der Lage, kontaktlos zu bezahlen – sowohl mit allen Sparkassen-Karten als auch mit mobilen Endgeräten und zwar im In- und Ausland. überall dort, wo kontaktloses Bezahlen bereits heute funktioniert, ist auch das Bezahlen mit dem Smartphone möglich.

Hard- oder Software-Updates an der bestehenden Terminalinfrastruktur sind nicht erforderlich. Das erleichtert dem Handel die Akzeptanz des mobilen Bezahlens. Denn Händler, die NFC-fähige Terminals einsetzen, können ab dem 30. Juli 2018 ohne zusätzlichen technischen Aufwand Smartphone-Zahlungen von Sparkassen-Kunden akzeptieren.

Mobiles Bezahlen: Differenzierung durch Mehrwerte

Mobile Bezahlsysteme werden sich im Handel schneller durchsetzen, wenn dem Kunden über den reinen Zahlungsvorgang hinaus ein Mehrwert geboten wird. Das kann etwa die „Wallet-Fähigkeit“ einer Mobile-Payment-App sein, die Bonusprogramme, Coupons, Kundenkarten sowie Mehrwert- und Premiumdienste miteinander kombiniert.

Wichtig werden in der Omnichannel-Welt künftig auch Funktionen und Services, die über Apps auf Mobilgeräten die Online- und Offlinewelt miteinander verbinden: Die Kunden können sich etwa in der App die Öffnungszeiten und die Anfahrt zur nächstgelegenen Filiale anzeigen lassen. Oder sie holen das im Onlineshop gekaufte Produkt in der stationären Filiale ab. Die Sparkassen-Finanzgruppe plant bereits solche integrierten Zusatzangebote im Rahmen ihrer Payment-Agenda. Sie sollen es Händlern künftig ermöglichen, sich auf diesem Weg vom Wettbewerb zu differenzieren.

Bezahlen im E-Commerce

Onlinehändler planen laut EHI-Studie „Online-Payment 2017“ bis Ende 2018 durchschnittlich ein bis zwei neue Zahlungsdienste in ihren Zahlungsmix aufzunehmen. Wenn Onlinehändler neue Zahlverfahren einführen, ist die sichere Abwicklung ein entscheidender Faktor. Die ECC-Payment-Studie zeigt, dass Händler klar ihre Kunden im Fokus haben und darauf achten, dass die Verfahren, die sie neu einführen, für diese bequem und einfach zu nutzen sind. Laut der EHI-Studie „Online-Payment 2017“ steht vor allem paydirekt im Fokus.

Gut ein Drittel (34 Prozent) der befragten Händler gibt an, dass der Zahlungsdienst der Deutschen Kreditwirtschaft im Laufe der kommenden zwei Jahre das aktuelle Portfolio an Zahlungsmöglichkeiten ergänzen soll. Diese Zahlen bestätigen, dass die Sparkassen­Finanzgruppe gemeinsam mit den Genossenschafts- und Privatbanken mit paydirekt eine Angebotslücke im E-Commerce geschlossen und ein sicheres Online-Bezahlverfahren eingeführt hat.