Geschäftszahlen 2016

Die bundesweit tätige DSV-Gruppe, die sich aus dem Deutschen Sparkassenverlag sowie seinen Tochter- und Beteiligungsunternehmen zusammensetzt, hat ihre Position als Dienstleister für die Sparkassen-Finanzgruppe 2016 weiter ausgebaut. Der Standardisierer und Mengenbündler mit Hauptsitz in Stuttgart erzielte einen unkonsolidierten Gruppenumsatz von 900,1 Millionen Euro (2015: 862,0 Millionen Euro). Die demgegenüber leicht rückläufige Umsatzentwicklung des Mutterunternehmens Deutscher Sparkassenverlag – 278,4 Millionen Euro im Vergleich zu 309,1 Millionen Euro im Jahr davor – beruht auf der Verlagerung von Umsätzen in die Tochterunternehmen im Rahmen von Aufgabenbündelungen.

Gans: Sondereffekt stärkt solide Ertragslage

Positiv stellt sich die Ertragslage des Deutschen Sparkassenverlags dar. Nach dem von hohen Investitionen in das Beteiligungsportfolio geprägten Vorjahr stieg der Jahresüberschuss 2016 auf 37,8 Millionen Euro (2015: 13,7 Millionen Euro). „Dabei kam uns neben der soliden Ertragslage aufgrund unseres bewährten Geschäftsmodells ein Sondereffekt zugute“, erklärt Wilhelm Gans, Vorsitzender der Geschäftsführung der DSV-Gruppe: „Die US-amerikanische Visa Inc. kaufte im Rahmen ihrer neuausgerichteten Unternehmensstrategie die europäische Visa-Schwestergesellschaft, die sich bislang im Besitz verschiedener Eigner, so auch der DSV-Gruppe, befand.“

Mitarbeiterzahl geht zurück

Sowohl beim DSV als auch in der DSV-Gruppe zeigte sich ein moderater Rückgang der Beschäftigtenzahl. Dieser ist vor allem auf Synergieeffekte im Zusammenhang mit der Konsolidierung des Beteiligungsportfolios zurückzuführen, die in mehreren Fällen den Verzicht auf Nachbesetzungen ermöglichten. So waren zum Stichtag 31. Dezember 2016 beim DSV 1.011 Personen tätig, ein Jahr zuvor waren es 1.021. Für die DSV-Gruppe als Ganzes zeigt sich eine vergleichbare Entwicklung (aktuell 2.161 gegenüber 2.174 am 31. Dezember 2015).

DSV konsolidiert Beteiligungsportfolio

Der DSV hat 2016 sowie die ersten Monate des Jahres 2017 vor allem genutzt, um sein Beteiligungsportfolio noch stärker in Richtung Kundennutzen zu optimieren, insbesondere in seiner Rolle als Kompetenzcenter Payment der Sparkassen-Finanzgruppe. So ging zum 1. Oktober 2016 das DSV-Tochterunternehmen S-CARD Servicegesellschaft für Kartenanwendungen der Sparkassen-Finanzgruppe in der übergeordneten, von DSV-Geschäftsführungsmitglied Ottmar Bloching als Vorsitzendem der Geschäftsführung in Personalunion geleiteten, DSV-Tochter S-Payment auf.

Da sich die Tätigkeitsschwerpunkte beider Unternehmen ergänzen, fügt sich die Bündelung optimal in die Wertschöpfungskette ein. Synergien entstehen durch die einheitliche Steuerung und die Reduzierung des administrativen Aufwands der S-Payment, die für das DSV-Kompetenzcenter Payment die operative Verantwortung trägt.

Führender Zahlungsdienstleister mit Komplettangebot:
„BS PAYONE“

Im Mai 2017 leitete die DSV-Gruppe die für die geplante Verschmelzung des führenden internationalen Acquirers und Dienstleisters für bargeldloses Bezahlen am Point of Sale, der B+S Card Service (B+S), mit dem Spezialisten für Zahlungen im E- und M-Commerce PAYONE ein. PAYONE zählt zu den 50 am stärksten wachsenden deutschen Technologieunternehmen. Der neue 360-Grad-Zahlungsserviceanbieter „BS PAYONE GmbH“ mit Sitz in Frankfurt am Main, Niederlassung in Kiel sowie weiteren Standorten in Europa wird omnikanalfähig sein und alle gängigen Zahlverfahren anbieten.

Transaktionen: Milliardenmarke geknackt

Die BS PAYONE bündelt als Zahlungsinstitut die Payment-Expertise aus stationärem Handel und E-Commerce in Europa. Insgesamt verfügt das Unternehmen über rund 255.000 Kunden in 18 Ländern. Mit über einer Milliarde Transaktionen im Jahr wird die BS PAYONE einer der führenden Anbieter für Zahlungsabwicklung in Europa sein.

Gans: Suche nach Investorenpartner startet im Herbst

„Mit dieser Konstruktion schaffen wir ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft im Akzeptanzgeschäft“, freut sich DSV-Chef Wilhelm Gans. „So erfüllen wir nicht nur die Erwartungen der Sparkassen und ihrer Kunden, sondern stärken auch unsere Marktstellung als Payment-Dienstleister.“ Dies wiederum schaffe eine wichtige Basis für den angestrebten Einstieg eines geeigneten Investorenpartners für die BS PAYONE, der die Beschleunigung einer europäischen Wachstumsstrategie des neuen Unternehmens unterstützt.

Santschi führt neue BS PAYONE

Den Vorsitz der Geschäftsführung der BS PAYONE übernimmt der Schweizer Payment-Experte Niklaus Santschi. Santschi war zum 1. Januar 2017 bei der B+S zum Nachfolger von Jürgen Schneider berufen worden, der nach erfolgreicher Neuausrichtung in den Ruhestand getreten war. Mitglieder der neuen Geschäftsführung der BS PAYONE werden der bisherige B+S-Geschäftsführer Dr. Frank Isfort sowie die beiden Gründer und Geschäftsführer der PAYONE, Carl Frederic Zitscher und Jan Kanieß.

Guter Start für paydirekt

Zum Jahreswechsel auf 2016 beteiligte sich die DSV-Gruppe – gemeinsam mit ihren Investorenpartnern, der Landesbank Baden-Württemberg und der Helaba – über die GIZS an der paydirekt GmbH. Die GIZS realisiert als Service-Dienstleister für innovative Bezahlverfahren den Betrieb und die Weiterentwicklung des neuen Online-Bezahlsystems paydirekt für die Sparkassen-Finanzgruppe. Das Online-Bezahlsystem „made in Germany“ zeichnet sich durch hohe Datensicherheit, große Reichweite und einfache Bedienbarkeit aus (die Bezahlfunktion ist eine Anwendung des Girokontos). Der paydirekt-Marktstart der Sparkassen erfolgte zum Deutschen Sparkassentag im April 2016. Derzeit verfügt paydirekt bereits über rund eine Million registrierte Teilnehmer und mehr als 1.000 angeschlossene Shops aus allen Branchen, darunter viele Marktführer wie Metro Group, dm-Markt, Deichmann und cewe.

Mehrlieferantenstrategie im Kartengeschäft

Mit rund 50 Millionen durch die Sparkassen-Finanzgruppe ausgegebenen Debit- und Kreditkarten ist die DSV-Gruppe der führende deutsche Kartenprovider. In Abstimmung mit den DSV-Gremien praktiziert die DSV-Gruppe dabei eine Mehrlieferantenstrategie. Der Zugriff auf verschiedene Anbieter sichert die zuverlässige Einsetzbarkeit der Karten und deren marktpreisgerechte Produktion. Zu diesen Herstellern zählte Electronic Payment Cards Gesellschaft für Kartenmanagement (EPC), an der der DSV – gemeinsam mit dem Technologieunternehmen Giesecke & Devrient (G&D) – beteiligt war. Trotz Optimierungsmaßnahmen gelang es EPC schon seit einigen Jahren nicht mehr, wettbewerbsfähig zu produzieren. Aus diesem Grund verzichtete der DSV auf eine weitere Beauftragung von EPC und veräußerte seinen Unternehmensanteil 2017 an G&D.

Mediales Angebot straffen und erneuern

Vor dem Hintergrund des wachsenden Spardrucks seitens der Sparkassen, aber auch mit Blick auf die Markterfordernisse und -chancen durch die fortschreitende Digitalisierung, modernisiert die DSV-Gruppe ihr mediales Angebot. Ziel ist eine stärkere Ausrichtung auf Offerten und Neuentwicklungen im digitalen Segment. Ferner geht es darum, das mediale Angebot mit Fokussierung auf bewährte und erfolgreiche Standardlösungen zu straffen, um kostenaufwändige Individualangebote zu vermeiden. Um dies zu erreichen, arbeitet die DSV-Gruppe im medialen Segment an der Optimierung ihrer Prozesse und Organisation und strebt eine übergreifende Steuerung des medialen Angebots an.

SFP und AM ergänzen sich ideal

In diesem Kontext führt der DSV seine beiden Tochtergesellschaften im medialen Segment, das Sparkassen-Finanzportal (SFP) und die AM COMMUNICATIONS, Agentur für Kommunikation (AM), rechtlich rückwirkend zum 1. Januar 2017 unter dem Dach des SFP zusammen. Das SFP als zentraler Dienstleister für Kommunikation und digitale Services in der Sparkassen-Finanzgruppe fungiert als Impulsgeber für das Digitalgeschäft und zentraler Partner für Kommunikations-Kampagnen aus einer Hand. Die AM wiederum hat ihre Schwerpunkte in der Mediaplanung und -steuerung. Die neue Konstellation ermöglicht es, den Kunden ein medienübergreifendes Agenturangebot aus einer Hand anzubieten.

Die Spitze des neuen SFP setzt sich ab dem 1. Oktober 2017 zusammen aus Stefan Roesler als Vorsitzendem (zusätzlich zu seiner Funktion als DSV-Geschäftsführer) sowie den Geschäftsführungsmitgliedern Tobias Schlösser, Jochen Maetje und Norbert Feldhaus, der bisher in Personalunion auch als Geschäftsführer der AM fungierte. Feldhaus ist darüber hinaus Leiter Bereich Personal und Recht des DSV.

20 Jahre PLUSCARD

Die Beteiligungsgesellschaft des DSV, die PLUSCARD Service-Gesellschaft für Kreditkarten-Processing mbH in Saarbrücken, blickte 2016 auf ihr 20-jähriges Bestehen zurück. Sie übernimmt mit 400 Mitarbeitern für Sparkassen und Banken umfangreiche Dienstleistungen rund um Kreditkarten von Mastercard und Visa. Insgesamt betreut das Unternehmen mehr als sechs Millionen Kreditkarten.

Gans: Guter Start ins Jahr 2017

„Als Standardisierer und Mengenbündler ist es unverändert unser Ziel, unseren Kunden Lösungen zu bieten, mit denen sie nachhaltig Kosten senken und zusätzliche Ertragschancen nutzen können. Auf diese Weise wollen wir unseren Beitrag leisten, damit die Sparkassen-Finanzgruppe die Herausforderungen der anhaltenden Niedrigzinsphase, des hohen Regulierungsdrucks und der dynamischen Digitalisierung erfolgreich meistert“, erläutert Wilhelm Gans die Strategie der DSV-Gruppe.

In diesem Zusammenhang freut sich Gans über den Geschäftsverlauf des ersten Quartals 2017, in dem sich die drei DSV-Geschäftsbereiche Kommunikation und Wissen, Payment sowie Geschäftsbetrieb entlang der Planvorgaben bewegten. „Dasselbe gilt erfreulicherweise auch für unsere Tochter- und Beteiligungsunternehmen.“