S Direkt und MWSG sollen zusammengehen

Die Sparkassen-Finanzgruppe bündelt ihre Dienstleister für Kunden- und Mehrwertservice.

Einheiten zusammenzuführen, die sich inhaltlich optimal ergänzen – diesem Ziel will die Sparkassen-Finanzgruppe einen weiteren wichtigen Schritt näherkommen: Mit dem geplanten Zusammenschluss der MehrWert Servicegesellschaft mbH (MWSG), Düsseldorf, und der S Direkt-Marketing GmbH & Co. KG (S Direkt), Halle (Saale), entsteht ein leistungsstarkes Unternehmen, das für die Sparkassen und Verbundpartner umfassende Serviceleistungen zur professionellen Marktbearbeitung bereitstellt.

 Die Gesellschafter der MWSG, der Deutsche Sparkassenverlag (DSV) und die Deutsche Assistance Service GmbH, ein Tochterunternehmen der Deutsche Assistance Versicherung AG (ÖRAG Konzern), haben die Fusion bereits in ihren Gremien befürwortet. Die 44 Eigentümer der S Direkt – Sparkassen, Sparkassenverbände und Verbundpartner – haben sich ebenfalls für das Zusammengehen ausgesprochen.

Stollarz: Zusammenschluss stärkt Marktstellung

Dr. Michael Stollarz, Vorsitzender der Geschäftsführung der DSV-Gruppe (Deutscher Sparkassenverlag) und Vorsitzender des MWSG-Aufsichtsrats, sieht in der geplanten Zusammenführung „einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Marktkompetenz in der Sparkassen-Finanzgruppe.“ Gleichzeitig böte die Fusion die Chance, die Weiterentwicklung zu einem innovativen Dienstleister noch schneller voranzutreiben, der die Sparkassen-Finanzgruppe marktorientiert auf dem Weg in die Digitalisierung begleite, die modernen Formen des Kundendialogs über alle Kanäle hinweg abbilde und gegenüber Drittmarktanbietern konkurrenzfähig sei.

Tomalak-Plönzke: Komplementäre Fusion

„Die Leistungsportfolien beider Häuser ergänzen sich auf ideale Weise. Es wäre eine komplementäre Fusion. Das neue Haus könnte alle Kundenbindungsleistungen aus einer Hand und auf allen Kanälen offerieren“, erklärt Jörg Tomalak-Plönzke, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Assistance Versicherung AG und der ÖRAG Rechtsschutzversicherungs-AG. Die Deutsche Assistance Versicherung AG ist über ihr Tochterunternehmen, die Deutsche Assistance Service (DAS), der langjährige Joint Venture-Partner des DSV bei der MWSG.

Zender: Sparkassen und Mitarbeiter profitieren

„Der geplante Zusammenschluss bietet für Sparkassen, den Verbund und die gemeinsame Gesellschaft jede Menge Vorteile, um im Wettbewerb um Kunden und Marktanteile besser bestehen zu können“, sagt Wolfgang Zender, Aufsichtsratsvorsitzender der S Direkt. „Die Sparkassen haben viel vor, da wird die gebündelte Kompetenz der beiden Unternehmen und aller ihrer Mitarbeiter sicher gebraucht“, ergänzt Zender.

Während die MWSG heute insbesondere für spezialisierte Dienstleistungen rund um Kundenbindungs- und Loyalitätsprogramme steht, ist die S Direkt als Full-Service-Dienstleister für alle Sparkassen und viele Verbundpartner in Deutschland Anbieter von Telefoniediensten, digitalen Kundenservices, wie etwa Kontowechsel- und Legitimationsverfahren, Mehrwertleistungen und Marktforschung.

Gestraffte Gesellschafterstruktur

Es ist vorgesehen, dass die Eigentümer der S Direkt in einem ersten Schritt ihre Kommanditanteile an die MWSG übertragen. Dafür sollen die entsprechenden Gremienbeschlüsse zeitnah eingeholt werden. Anschließend wird die MWSG auf die S Direkt KG verschmolzen.

Im Ergebnis der Gesamttransaktion werden der DSV als Mehrheitsgesellschafter und die DAS als weiterer Gesellschafter die Gesellschafteranteile an der neuen GmbH & Co. KG halten. Gemeinsame Hauptsitze des künftigen Sparkassendienstleisters blieben die beiden bisherigen Hauptstandorte der Einzelunternehmen in Halle (Saale) bzw. Düsseldorf.

Die aktuellen Mitglieder der Geschäftsführungen der beiden Vorgängerunternehmen sollen die gemeinsame Geschäftsführung des zusammengeführten Hauses bilden.

Die operative Fusion soll noch im Jahr 2018 realisiert werden.